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Künstliche Intelligenz

Große spanische Unternehmen beginnen, die Nutzung von ChatGPT durch ihre Mitarbeiter einzuschränken oder sogar zu verbieten. Dies, da die Gefahr besteht, dass vertrauliche Unternehmensinformationen nach außen dringen.


Foto: Alexandra_Koch


Die explosionsartige Zunahme der Nutzung von KI, mit ChatGPT als Hauptakteur, hat bei großen spanischen Unternehmen die Alarmglocken läuten lassen. Jetzt versuchen sie ganz schnell, Richtlinien und Beschränkungen für die Nutzung des beliebten Tools durch ihre Mitarbeiter aufzustellen, aus Angst vor Lecks und Fehlern.


Telefónica, BBVA oder Redeia beschränken oder verhindern die Nutzung der KI

"Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die von dem Tool erzeugten Informationen Vorurteile enthalten oder fehlerhaft sind", heißt es in der Mitteilung eines dieser Unternehmen an seine Mitarbeiter. In anderen Mitteilungen wird auf die Gefahr der Eingabe von persönlichen und Unternehmensdaten sowie auf die Möglichkeit von Lecks hingewiesen.


WAS IST ChatGPT?


Es handelt sich um einen Prototyp eines Chatbots, der von der US-Firma OpenAI entwickelt und im November 2022 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Mit ChatGPT kann ein Dialog zu fast jedem Thema geführt werden. Das Tool beantwortet Fragen oder schreibt Texte, die als Grundlage für weitere Abfragen dienen können. Dabei kommen Deep-Learning-Modelle und neuronale Netze zum Einsatz. Inzwischen hat OpenAI die vierte Version der GPT-Technologie veröffentlicht.


Angesichts dieser Gefahren hat die rasche Einführung und Verbesserung der generativen KI-Funktionen Regierungen, Unternehmen und Experten auf den Plan gerufen, so dass führende Vertreter der Technologiebranche wie SpaceX-Eigentümer Elon Musk und Apple-Mitbegründer Steve Wozniak ein Manifest unterzeichnet haben, in dem sie einen sechsmonatigen Entwicklungsstopp fordern. Apple selbst hat seinen Mitarbeitern die Nutzung des Tools untersagt.


In Anbetracht dieser Situation haben spanische Unternehmen wie Telefónica, BBVA und Redeia (Stromversorgungsnetz) gegenüber der Zeitschrift EL MUNDO bestätigt, dass sie die Nutzung dieses Tools durch ihre Mitarbeiter verboten oder eingeschränkt haben. Im Falle des Telekommunikationsbetreibers erlaubt das Unternehmen die Nutzung des Tools zur Verarbeitung oder Speicherung von Unternehmensdaten nicht, es sei denn, das Konto wird von Telefónica in Auftrag gegeben und kontrolliert. Das gleiche gilt für die BBVA, die die Nutzung des Tools generell verboten hat, obwohl sie ein Genehmigungsverfahren für diejenigen Fachleute eingerichtet hat, die glauben, dass es nützlich sein könnte.


Redeia hat seinerseits die Nutzung der öffentlichen Version der Anwendung wegen möglicher Risiken im Zusammenhang mit dem Schutz von Informationen blockiert, was besonders relevant ist, da es sich um ein Unternehmen handelt, das strategische Infrastrukturen verwaltet.


Andere Unternehmen, die Infrastrukturen von besonderer Bedeutung für Spanien betreiben, wie Naturgy und Enagás, haben ihren Mitarbeitern Empfehlungen zur Nutzung dieser und anderer künstlicher Intelligenzen übermittelt.


Im Falle von Repsol wird das Unternehmen Grundsätze für den korrekten Einsatz von KI in seinen neuen Ethikkodex aufnehmen und arbeitet an Unternehmensrichtlinien, die als Leitfaden für künftige Anwendungen dienen sollen, sowie an einem Schulungsprogramm für Mitarbeiter. Mapfre und Repsol ihrerseits haben oder arbeiten an Protokollen, um sicherzustellen, dass künstliche Intelligenz sicher und ethisch korrekt eingesetzt wird.


In diesem Bereich hat Telefónica einen Ausschuss für ethische KI in seinem Organigramm, um risikoreiche Anwendungsfälle zu bewerten, und arbeitet an einer internen KI-Governance-Regelung, die sich mit ChatGPT und anderen generativen künstlichen Intelligenzen befassen wird.


Was das Bankwesen betrifft, so hat der Sektor nicht über das Vorhandensein spezifischer Protokolle berichtet, obwohl es stimmt, dass sich die Unternehmen dadurch auszeichnen, dass sie den Zugang zu offenen oder persönlichen Anwendungen für ihre Mitarbeiter generell beschränken.


Der Vorstandsvorsitzende der CaixaBank, Gonzalo Gortázar, hat am vergangenen Mittwoch auf einer Veranstaltung das Potenzial der Anwendung anerkannt, wenngleich er betonte, dass sie, falls sie eingesetzt werden, in geschlossenen Umgebungen verwendet werden müssten, um sensible Kundendaten zu schützen.


WAS ERWARTEN DIE UNTERNEHMEN?


Die befragten Unternehmen sind sich einig über die Notwendigkeit einer ethischen Nutzung der KI und lassen sich von den Fortschritten und Empfehlungen privater und öffentlicher Organisationen inspirieren. Sie sind sich jedoch einig in ihrer Erwartung, dass es bald eine Verordnung geben wird, die die Parameter festlegt, nach denen ihre Prozesse geregelt werden sollten.


Sam Altman selbst, Gründer von Open AI, dem Schöpfer von ChatGPT, forderte im US-Senat eine stärkere Regulierung der Plattform. Er schloss sich auch der Forderung des Telefónica-Vorsitzenden José María Álvarez Pallete an, eine internationale Agentur zur Überwachung der KI einzurichten.


Da die spanische Regierung ein großes Interesse hat mögliche Innovationshindernisse zu vermeiden und mit Hinblick auf die zukünftige EU-Verordnung, ist sie dabei eine Regulierungsbehörde für künstliche Intelligenz (KI) zu etablieren. Die Agentur wird Aufgaben zur Aufsicht und Risikoverringerung wahrnehmen und soll ein KI-Forschungs- und Unternehmensökosystem schaffen.


Wichtig ist die Wahrung der Bürgerrechte und ein Klima des Vertrauens zu schaffen.

Mit dieser Agentur kann Spanien sich als Vorreiter und Benchmark im Bereich der KI positionieren, denn es wird das erste europäische Land sein, das so eine Behörde hat.


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