UNTERSCHIEDE zwischen SPANIEN und DEUTSCHLAND

SPANIEN auf der INTERNET-ÜBERHOLSPUR


Neben den kulturellen und sprachlichen Unterschieden gibt es natürlich noch andere - die aber oft in allgemeinen Kenntnissen untergehen - und die wir mit unseren Beiträgen gerne aufzeigen wollen.


SPANIEN liegt im internationalen Vergleich der größten Volkswirtschaften (Nachzulesen unter folgendem Link) zwar mit dem 14. Platz hinter Deutschland (Platz 5), jedoch in einigen Abschnitten, wie zum Beispiel bei der Internetverbindung, liegt Spanien ganz klar vor Deutschland.


DER INTERNETZUGANG


Bei den Haushalten, die einen festen und/oder mobilen Internetzugang haben, liegen SPANIEN mit 95,3 % und DEUTSCHLAND mit 95 % noch fast gleichauf - doch beim Glasfaserausbau mit schnellen und ultraschnellen Breitbandanschlüssen hat sich Spanien weit vor Deutschland positioniert.


DIE ZUGANGSART


Im Jahr 2020 waren in SPANIEN Computer und Smartphones die am häufigsten verwendeten elektronischen Geräte für den Zugang zum Netz, wobei insbesondere SMARTPHONES mit einem Anteil von über 92,1 % hervorstachen (DE 79 %), mit 77,5 % über den Laptop (DE 71 %), 67,4 % über den Desktop (DE 58 %), 58,2 % über das Tablet (DE 47 %) und 33,3 % über das Fernsehen (DE 37 %).


DAS GLASFASERNETZ


SPANIEN ist das Land mit einem der leistungsstärksten Glasfasernetze (FTTH = Fibre to the Home) in Europa und obwohl es nach den jüngsten von der Europäischen Union veröffentlichten Zahlen bei der Glasfaserversorgung nach Island und Weißrussland auf den 3. Platz zurückfällt, liegt DEUTSCHLAND doch recht abgeschlagen auf Platz 35 (von 38 ohne UK) .

Grafik: IDATE DigiWorld for Council Europe – May 2021

Und obwohl DEUTSCHLAND neben Frankreich, Italien und dem Vereinigten Königreich, eines der Länder mit der stärksten Beschleunigung beim Ausbau ist, bleibt es doch eines der Länder mit der geringsten FTTH- und FTTB-Verbreitung (unter 6 %). Der Durchschnitt für die EU-27 plus das Vereinigte Königreich liegt bei 20,5 %.


Nachzulesen unter: https://d110erj175o600.cloudfront.net/wp-content/uploads/2021/03/19140953/FTTH-Council-Europe-Forecast-for-EUROPE-2020-2026-AFTER-COVID19-FINAL-Published-Version.pdf


DIE VERFÜGBARKEIT


Inzwischen ist Glasfaser heute für rund 80 Prozent der Haushalte in SPANIEN verfügbar und mehr als 60 Prozent nutzen auch das Angebot. 300 Mbit sind fast überall zu haben, auch Gigabit-Geschwindigkeit ist nichts Außergewöhnliches. Im Jahr 2026, so der Bericht des European FTTH Council, soll Spanien nahezu 100 Prozent Glasfaserabdeckung erreicht haben (18,1 Millionen Haushalte von insgesamt 18.754.800, Stand 2021).


Im Vergleich dazu befindet sich DEUTSCHLAND heutzutage noch im Glasfaser-Mittelalter, wo Glasfaser oft nur von der Vermittlungsstelle zum Kabelverzweiger am Straßenrand oder zum Gebäude reicht und zur Überbrückung des restlichen Weges bestehende Kupferleitungen verwendet werden. Die Verfügbarkeit erreicht hier nicht mal 10 % und nur 5 % aller Haushalte nutzen das superschnelle Internet. Bis 2026 soll die Zahl der Haushalte mit Glasfaseranschluss in Deutschland auf 34 Millionen Haushalte (von insgesamt 41,51 Millionen, Stand 2021) ansteigen.


VORTEIL SPANIEN


Das SPANIEN so viel vor DEUTSCHLAND beim Ausbau des Glasfasernetzes liegt, kann durch verschiedenen Faktoren zum Vorteil geführt haben:


  1. Die Bevölkerung von 47 Mio. Einwohnern ist auf einer Gesamtfläche von 505.990 km² anders verteilt als in Deutschland wo 83. Mio. Einwohner auf 357.386 km² leben - viel konzentrierter. Die meisten Spanierinnen und Spanier leben in den großen Ballungsgebieten (wie z. B. Madrid, Barcelona), wodurch der Ausbau des Glasfasernetzes natürlich erleichtert wird.

  2. Auch kann es an der damaligen "Rückständigkeit" liegen, wo noch lange nach dem Ende der Franco-Diktatur (1977) für viele Spanierinnen und Spanier der eigene Festnetzanschluss keine Selbstverständlichkeit war, schon gar nicht auf dem Land. Telefoniert wurde noch in den Neunzigern von der Telefonzelle aus. Dafür waren die Spanier etwas später sofort vom Handy begeistert.

  3. Ein weiterer Punkt ist, dass es keine staatlich regulierte Vermietung an Mitbewerber gab. Deshalb hatte der ehemalige spanische Staatskonzern und Monopolist Telefonica (anders als die Telekom in Deutschland) nach der Liberalisierung (1998) keine riesigen Kupfer-Investitionen zu schützen - und ging schneller zur Glasfaser über.


UND DIE EUROPÄISCHE UNION


Gelesen bei: https://de.euronews.com/2021/01/15/eu-will-dank-eigenem-satelliten-netzwerk-mehr-unabhangigkeit-und-bessere-breitbandabdeckun


Diese will dank einem eigenen Satelliten-Netzwerk mehr Unabhängigkeit und bessere Breitbandabdeckung. Um das zu erreichen, hat sie sich hohe Pläne gesteckt. Ein Auszug daraus: Sie will ein enormes Satelliten-Netzwerk für Europas Internetuser einrichten. Oberstes Ziel ist es laut der Kommission, die noch bestehenden Breitbandlücken in Europa zu stopfen. Außerdem will man unabhängig sein von ähnlichen Netzwerken, etwa Starlink von Elon Musks Unternehmen SpaceX oder dem britisch-indischen OneWeb.


Die ersten Satelliten des Netzwerks sollen ab 2024 ins All geschossen werden, die Inbetriebnahme ist für 2028 geplant. Ein ambitioniertes Projekt, an dem neben der EU auch private Firmen wie der Telekommunikationskonzern Orange oder das Rüstungsunternehmen Thales beteiligt sind. Kostenpunkt: rund 6 Millionen Euro.


  • FTTH ist die Abkürzung für "Fibre to the Home" und bedeutet, dass Glasfaser direkt bis in das Bürogebäude liegt.

  • FTTB ist die Abkürzung für "Fibre to the Building" und bedeutet, dass die Glasfaserleitung bis in das Gebäude verlegt ist.


Den aktuellen Bericht über die Breitbandverfügbarkeit in Deutschland (Stand Ende 2020) können Sie hier erhalten: https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Publikationen/DG/breitband-verfuegbarkeit-ende-2020.html


Seien Sie gespannt auf weitere Unterschiede zwischen SPANIEN und DEUTSCHLAND. Sollten Sie Anregungen zu interessanten Themen haben, freuen wir uns auf Ihre Nachricht an info@awantgarde.com


#Spanien #Deutschland #Internet #Glasfaser #EU


Fotos: Pixabay.com


Für die Redaktion dieses Artikels wurden auch Quellen wie lamoncloa.gob.es, bmvi.d, hr-inforadio.de, publico.es und netcologne.de hinzugezogen.


Das könnte Sie auch interessieren: DATEN und FAKTEN über SPANIEN

49 Ansichten