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Business Development 2.0: Primaprix – ein disruptiver Akteur im modernen Einzelhandel

Aktualisiert: vor 3 Tagen

Im Beitrag Business Development neu denken haben wir beschrieben, warum Business Development heute mehr ist als Wachstumskonzepte und Marktanalysen. Es geht um strategische Klarheit, operative Umsetzung und die Fähigkeit, zwischen Märkten, Kulturen und Erwartungen zu übersetzen – besonders im internationalen Kontext. Digitalisierung, volatile Nachfrage, steigende Preise und neue Partnerschaftsmodelle verändern nicht nur Märkte, sondern auch die Rolle des Business Developers selbst.


Wie diese Prinzipien jenseits der Theorie aussehen können, zeigt ein Blick auf Primaprix. Das Unternehmen steht exemplarisch für Business Development 2.0 im Einzelhandel – nicht als Ideenskizze, sondern als konsequent umgesetzte Praxis.



Illustration eines Geschäftsmanns vor einem Schachbrett mit Diagrammen zur strategischen Entscheidungsfindung und internationalen Expansion im Business Development 2.0.
Business Development 2.0: Operative Entscheidungen im Spannungsfeld von Markt und Expansion.


Inhalt



Ein Geschäftsmodell, das Bewegung zulässt

Primaprix folgt bewusst nicht den klassischen Spielregeln des Einzelhandels. Statt stabiler Sortimente, langfristiger Lieferverträge und planbarer Angebotszyklen setzt das Unternehmen auf Markenüberschüsse und Restposten. Verfügbarkeit und Preise sind dynamisch, Entscheidungen werden nah am Markt getroffen.


Aus Sicht des Business Development ist genau das entscheidend: Wachstum entsteht nicht aus maximaler Kontrolle, sondern aus der Fähigkeit, mit Unsicherheit umzugehen. Primaprix reduziert strukturelle Abhängigkeiten, hält Fixkosten niedrig und schafft sich Spielraum für schnelle Anpassungen, ohne dabei das große Ganze aus den Augen zu verlieren.


Expansion wird damit weniger zur Frage langfristiger Planung als zur Frage operativer Entscheidungsqualität.



Daten als tägliches Arbeitsmittel

Ein zentraler Bestandteil dieses Modells ist der pragmatische Umgang mit Daten. Bei Primaprix dienen Daten nicht primär der langfristigen Prognose, sondern der laufenden Steuerung. Sortimente, Preisniveaus und Flächenperformance werden kontinuierlich überprüft und angepasst.


Das entspricht genau dem Verständnis von Business Development 2.0: Entscheidungen entstehen nicht im Elfenbeinturm, sondern im Tagesgeschäft. Kurze Feedbackschleifen ersetzen starre Planungszyklen.


Nicht jede Entscheidung ist perfekt, aber sie ist anschlussfähig – und korrigierbar.



Kundenerlebnis als Teil der Struktur

Auch die Kundenzentrierung folgt bei Primaprix keiner klassischen Logik. Das ständig wechselnde Sortiment erzeugt Neugier, Dringlichkeit und Wiederkehr. Kunden wissen, dass Angebote temporär sind – und genau das wird Teil des Erlebnisses.


Für Business Development bedeutet das: Kundenverhalten wird nicht nur beobachtet, sondern strukturell eingeplant. Frequenz wird zur Wachstumsgröße, Sortimentsdynamik zur Abgrenzung gegenüber traditionellen Anbietern.


Kundenzentrierung ist hier kein Marketingthema, sondern ein strategischer Hebel.



Partnerschaften als Beschleuniger, nicht als Ersatz

Ein weiterer Baustein der Entwicklung ist die Zusammenarbeit mit Bargain Retail Europe. Diese Partnerschaft steht exemplarisch für ein modernes Verständnis von Business Development: Externe Partner liefern nicht nur Kapital, sondern Struktur, Erfahrung und Skalierungskompetenz.


Wachstum entsteht nicht allein aus internen Innovationen, sondern aus der bewussten Kombination von Agilität und Stabilität. Partnerschaften werden damit zu einem integralen Bestandteil der Wachstumsarchitektur – nicht zu einer kurzfristigen Lösung.



DE/ES-Spiegelung: Warum Business Development 2.0 kontextabhängig ist

Der Erfolg von Primaprix ist eng mit seinem Ursprung im spanischen Markt verbunden. Spanien erlaubt hohe operative Geschwindigkeit, pragmatische Entscheidungen und eine größere Akzeptanz von Angebots- und Preisdynamik. Business Development ist hier stark handlungsorientiert: Markt lesen, reagieren, umsetzen.


In Deutschland dagegen erfordern vergleichbare Modelle eine andere Übersetzungsleistung. Planbarkeit, Verlässlichkeit und strukturelle Tranzparenz spielen eine größere Rolle. Flexibilität muss in Prozesse übersetzt, Dynamik in Erwartungsmanagement überführt werden.


Das Praxisbeispiel Primaprix zeigt keinen universellen Blueprint, sondern etwas Wichtigeres: Business Development funktioniert nur dann nachhaltig, wenn es den jeweiligen Markt ernst nimmt.



Expansion mit Augenmaß

Primaprix wurde 2014 von Carlos Villar in Spanien gegründet und ist dort mit über 240 Filialen am stärksten vertreten. Internationale Standorte in Frankreich (11) und den Niederlanden (3) markieren den nächsten Schritt, ohne den Fokus vom Heimatmarkt zu verlieren.


Expansion erfolgt nicht flächendeckend, sondern selektiv. Testen, lernen, anpassen – auch das ist Business Development 2.0. Wachstum ohne operative Überdehnung.



Schlussworte

Primaprix zeigt, dass Business Development 2.0 nicht im Widerspruch zu bestehenden Strukturen steht. Tradition, Erfahrung und gewachsene Beziehungen bleiben eine wichtige Grundlage. Entscheidend ist jedoch, wie sie weiterentwickelt werden.


Erst im Zusammenspiel mit datenbasierter Entscheidungsfindung, operativer Agilität und der Fähigkeit, Marktlogiken kulturell zu übersetzen, entsteht ein Business Development, das tragfähig ist. Eines, das nicht nur reagiert, sondern gestaltet.


Business Development neu zu denken heißt deshalb nicht, alles neu zu machen. Es heißt, Bewährtes weiterzuführen – und dort zu verändern, wo der Markt es verlangt.


Genau das macht den Unterschied zwischen reaktivem Handeln und echter Zukunftsfähigkeit.



Von der strategischen Idee zur operativen Umsetzung



AWANTGARDE begleitet KMU, Scaleups und Startups bei der operativen Umsetzung von B2B Business Development und internationaler Expansion zwischen Deutschland und Spanien. Wir übersetzen strategische Ziele in konkrete Markteintritte, belastbare Kunden- und Partnerbeziehungen sowie funktionierende Go-to-Market-Strukturen.


Sie stehen vor ähnlichen Fragestellungen?

Lassen Sie uns darüber sprechen, wie Business Development tragfähig, anschlussfähig und umsetzbar gestaltet werden kann.



Gender-Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei Personenbezeichnungen und personenbezogenen Hauptwörtern in diesem Beitrag die männliche Form verwendet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform hat nur redaktionelle Gründe und beinhaltet keine Wertung.


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  • Bild (Titel): Designed by Freepik

  • Logo AWANTGARDE: Designed by Anja Witter

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