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Internationale Expansion ohne Fundament: Was Unternehmen von Staaten lernen können – und was besser nicht

Die internationale Expansion gilt oft als Zeichen von Stärke. Neue Märkte, neue Chancen, neues Wachstum. Doch in der Praxis zeigt sich oft: Wer expandiert, ohne im Kern stabil zu sein, verlagert bestehende Probleme lediglich in einen neuen geografischen Kontext.


Ein Blick auf staatliches Handeln – etwa in Deutschland – macht diese Dynamik besonders sichtbar. Und genau darin liegt eine überraschend relevante Parallele für Unternehmen.



Illustration zur internationalen Expansion von KMU und Startups: Unternehmer wagt Markteintritt ohne ausreichendes Fundament und Risikostrategie.
Internationale Expansion von Unternehmen: Wachstumsschritt ohne stabiles Fundament birgt Risiken für KMU, Scaleups und Startups.

Inhalt



1. Ein Staat wie ein Unternehmen?

Eine provokante, aber legitime Frage:


Würden Sie als Unternehmer international expandieren, wenn Ihr Heimatmarkt stagniert, interne Strukturen nicht greifen, Mitarbeitende verunsichert sind und Investitionen aufgeschoben werden?


Die meisten würden zögern.


Und doch geschieht genau das – nicht nur in Unternehmen, sondern auch auf staatlicher Ebene.


Staaten handeln regelmäßig expansiv nach außen, während zentrale Herausforderungen im Inneren ungelöst bleiben. Unternehmen begehen denselben Fehler, wenn Expansion als Ausweg verstanden wird, statt als konsequenter nächster Schritt auf einer stabilen Basis.



2. Wachstum im Heimatmarkt: Fundament oder Belastung?

Der Vergleich ist unbequem, aber aufschlussreich.


Auf staatlicher Ebene sehen wir:


  • Wirtschaftliche Stagnation

  • Investitionsrückstände in Infrastruktur und Bildung

  • Wachsende Unsicherheit bei Bevölkerung und Unternehmen


Gleichzeitig werden umfangreiche Mittel für internationale Projekte, Förderprogramme oder geopolitische Initiativen bereitgestellt.


Im unternehmerischen Kontext zeigt sich ein ähnliches Muster:


  • Das Kerngeschäft ist unter Druck

  • Prozesse sind ineffizient oder nicht skalierbar

  • Führung und Organisation reagieren eher als zu gestalten


Und dennoch wird international expandiert – in der Hoffnung, dass neue Märkte kompensieren, was intern nicht funktioniert.


Die Realität: Instabilität lässt sich nicht exportieren, ohne sie zu vervielfältigen.



3. Mitarbeitende (Bevölkerung) nicht mitgenommen

Ein weiterer zentraler Parallelpunkt ist die Kommunikation.


Auf staatlicher Ebene werden weitreichende Entscheidungen getroffen, ohne dass die Bevölkerung ausreichend eingebunden oder abgeholt wird. Die Folge sind:


  • Vertrauensverlust

  • Polarisierung

  • wachsende Distanz zwischen Entscheidern und Betroffenen


Unternehmen erleben Ähnliches:


  • Expansionsentscheidungen werden im Top-Management getroffen

  • Operative Teams erfahren spät oder gar nicht, warum neue Märkte priorisiert werden

  • Lokale Expertise wird nicht systematisch einbezogen


Das Ergebnis ist selten Begeisterung, sondern häufig Widerstand, Überforderung oder stille Demotivation.


Expansion international ohne interne Verankerung ist kein Wachstum – sie ist ein Risiko.



4. Alte Strukturen blockieren neue Wege

Ob staatliche Verwaltung oder Unternehmensorganisation: Strukturen, die in stabilen Zeiten funktioniert haben, werden in Phasen des Wandels schnell zum Hemmschuh.


Typische Muster:


  • komplexe Entscheidungswege

  • Silodenken

  • Absicherung statt Gestaltung

  • Angst vor Veränderung


Internationale Expansion erfordert jedoch genau das Gegenteil:


  • Klarheit

  • Zeit und Geschwindigkeit

  • Lernfähigkeit

  • Verantwortungsübernahme


Unternehmen, die alte Strukturen verteidigen, statt sie zu hinterfragen, verlieren nicht nur Tempo – sie verlieren den Anschluss.



5. Lokale Partner: Feigenblatt oder echte Brücke?

Ein besonders sensibler Punkt – sowohl politisch als auch unternehmerisch.

In der internationalen Entwicklungszusammenarbeit scheitern Projekte oft daran, dass lokale Akteure zwar eingebunden wirken, aber keine echte Verantwortung tragen.


Im Business Development zeigt sich dasselbe:


  • Lokale Partner werden zu spät einbezogen

  • Entscheidungen bleiben zentralisiert

  • Marktverständnis wird importiert statt aufgebaut


Erfolgreiche Expansion entsteht dort, wo lokale Zusammenarbeit nicht als operativer Zusatz, sondern als strategische Grundlage verstanden wird.


Nicht Kontrolle, sondern die Übersetzung zwischen Kontexten macht den Unterschied.



6. Fazit: Internationale Expansion braucht Substanz – innen wie außen

Der Vergleich zwischen Staat und Unternehmen ist kein Selbstzweck. Er macht jedoch eines deutlich:


Wachstum ist kein Ziel. Es ist das Ergebnis von Stabilität, Klarheit und Beteiligung.


Internationale Expansion funktioniert dann:


  • Wenn das Kerngeschäft tragfähig ist

  • Wenn Mitarbeitende eingebunden und gehört werden

  • Wenn Strukturen überprüft und weiterentwickelt werden

  • Wenn lokale Zusammenarbeit ernst gemeint ist


Oder zugespitzt formuliert:


Was nützt der schönste Expansionsplan, wenn intern die Grundlagen fehlen?

Diese Frage stellt sich nicht nur in der Politik – sondern täglich im Business Development.



Schlussworte zur Expansion international ohne Fundament

Business Development neu zu denken bedeutet nicht, schneller zu wachsen – sondern besser vorbereitet zu sein. Wachstum entsteht dort, wo Klarheit über die eigene Ausgangslage besteht, wo Entscheidungen reflektiert getroffen und transparent kommuniziert werden und wo Organisationen bereit sind, bestehende Strukturen kritisch zu hinterfragen.


Wer sich selbst, seine Prozesse und seine Kultur nicht versteht, wird diese Unklarheit in jeden neuen Markt mitnehmen – unabhängig von Land, Branche oder Wachstumsambition. Erfolgreiche Expansion braucht daher mehr als Strategie: Sie braucht Reflexionsfähigkeit, Verbindlichkeit in der Kommunikation und die konsequente Umsetzung im Alltag.


Gerade im internationalen Kontext zeigt sich, dass nachhaltiges Business Development dort gelingt, wo Menschen, Daten und Märkte bewusst zusammengeführt werden – über Länder, Kulturen und Organisationen hinweg. Nicht als kurzfristiger Wachstumsimpuls, sondern als tragfähige Grundlage für langfristige Entwicklung.



Von der strategischen Idee zur operativen Umsetzung


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Gender-Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei Personenbezeichnungen und personenbezogenen Hauptwörtern in diesem Beitrag die männliche Form verwendet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform hat nur redaktionelle Gründe und beinhaltet keine Wertung.


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